So langsam nähern wir uns dem Thema Beikost, besser gesagt sind wir gerade am Anfang. Unser Herbstwunder ist jetzt sechs Monate alt und zeigt deutliches Interesse an dem Essen der Großen. Wir haben uns in letzter Zeit darum viel mit dem Thema Beikost Start auseinandergesetzt und viel darüber gelesen. Die Erkenntnisse die wir darüber gemacht haben möchten wir nun mit euch teilen.
Ganz wichtig ist dabei, das der Beikost Start mit Respekt anfängt. Das Baby weiß sehr wohl am Besten wann es bereit ist zum Essen. Und dies sollte man natürlich respektieren. Es bringt also nichts sich Stress zu machen mit der Beikost, nur weil Außenstehende Kommentare abgeben und meinen das Kind müsse doch jetzt endlich mal was richtiges Essen. Wenn das Baby noch nicht dazu bereit ist sollte man dies akzeptieren und es nicht zwingen etwas zu essen, nur weil andere das so sagen. Die Muttermilch reicht auch völlig aus um ein Baby zu ernähren. Man hört ja oft das das Baby dann nicht genug Nährstoffe bekommt, weil die Muttermilch dann irgendwann nicht mehr ausreicht oder Kalorien die es braucht um zu zu nehmen. Viele wissen nicht das Babys die ausschließlich gestillt werden am Anfang mehr zunehmen als später, anders als bei Babys die industriell hergestellte Milch bekommen. Wenn also jemand meint mein Baby müsse endlich Brei essen, weil es nicht genug zu nehme, dann sollte man wissen das zum Beispiel Möhren Brei weniger Kalorien als Muttermilch enthält. Es wäre also kontraproduktiv mit Brei zu beginnen um das Gewicht zu verbessern. Muttermilch ist immer auf das Baby abgestimmt und enthält alles was es braucht. Babys müssen nicht zwingend mit 6 Monaten anfangen Brei zu essen oder etwas Festes zu verzehren, wie beim BLW, dem sogenannten Baby Led Weaning, bei dem Fingerfood angeboten wird, also Breifrei gegessen wird. Welche Methode für wen sinnvoll ist, das kann natürlich jeder für sich und sein Baby individuell entscheiden. Wichtig ist auf die Signale des Babys zu hören und diese zu deuten. Denn es gibt bestimmte Signale die einem zeigen, das das Baby bereit ist zum essen.
Meist beginnt dies um den sechsten Monat herum diese Signale zu zeigen. Zuerst verfolgt das Baby gespannt das Essen der Größeren, doch zusehen allein ist noch kein Anzeichen dafür, das das Baby bereit ist zum essen. Wichtig ist es auch die anderen Signale zu beachten. Das Baby sollte mit der Zunge Speisen gut bewegen können, dies ist dann der Fall wenn es sich vom Rücken auf den Bauch drehen kann. Diese Entwicklungen laufen nämlich parallel. Babys sollten auch (mit ein wenig Hilfe) sitzen können und sie sollten in der Lage sein, das Essen selbst zum Mund zu führen. Auf gar keinen Fall sollten Babys im Liegen Nahrung bekommen, da es nicht mitwirken kann und dabei passiv ist. Das Nachlassen des Zungenstoßreflexes ist ebenfalls ein Zeichen dafür das ein Baby bereit dafür ist mit der Beikost zu beginnen. In den ersten Lebensmonaten verfügt das Baby noch über einen Reflex, der es davor bewahrt, feste Dinge zu verschlucken oder einzuatmen. Alles außer der Brust oder Milchflasche wird mit der Zunge aus dem Mund hinaus befördert. Dieser Reflex lässt ab dem vierten Monat nach und das Baby beginnt mit den ersten Kaubewegungen. Äußerst wichtig ist natürlich auch das das Baby deutlich zeigen kann, wenn es etwas nicht zu sich nehmen möchte, weil es satt ist oder das Essen ablehnt. Das heisst es sollte den Kopf abwenden können, um so zu zeigen das es nicht weiter essen möchte.
Eine Auswahl an verschiedenen gesunden Lebensmittel ist sinnvoll, so dass das Baby sich das auswählen kann was es möchte. Wenn es keine Möhren mag, dann ist das eben so, dann sollte man dies akzeptieren und dann ist das auch nicht schlimm. Es kann sich ja etwas anderes auswählen. Auch wenn Kinder immer wieder zu einem bestimmten Lebensmittel greifen ist dies völlig in Ordnung, dies könnte zum Beispiel an einem Entwicklungschub liegen. Wichtig ist dann das man Kinder aus gesunden Lebensmitteln auswählen lässt und die Lebensmittel die es ablehnt immer wieder anbietet.
Ich muss mein Baby nicht austricksen, indem ich bunte Teller oder Löffel anbiete um das Essen attraktiver zu machen. Flugzeug spielen oder Sätze wie: „Ein Löffelchen für…“ braucht man eigentlich nicht. Denn Kinder essen schon wenn sie Interesse haben. Wir müssen keine Tricks anwenden um ihnen das Essen schmackhaft zu machen. Auf diese Weise übergeht man eher die Signale des Kindes und man setzt sich über die Bedürfnisse weg. So sollte das nicht ablaufen. Es lenkt eher ab. Das Befühlen und erschmecken der Nahrungsmittel ist schon spannend genug und reicht völlig aus.
Wenn ich meinem Baby vertraue, dann klappt das mit dem Essen sicher gut. Es muss nicht eine vorgefertigte Normgröße eines Gläschen aufessen, nur weil es da so drauf steht. Jedes Kind ist anders, eines isst weniger eines isst mehr. Mein Baby weiß schon von selbst was es braucht und wann es bereit ist das Stillen mit dem Essen zu ersetzen.
Ein wichtiger Punkt ist auch das Zeit lassen. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und ist individuell. Solange es alles im Rahmen einer normalen Entwicklung abläuft, lasse ich meinem Kind die Zeit die es braucht um sich mit dem Essen vertraut zu machen. Beikost sollte eben auch nur „BEI“ Kost sein, nämlich Nahrung zur Hauptnahrungsquelle, der Muttermilch. Wenn wir diese Punkte beachten, dann wird der Beikost Start sicher harmonisch und unkompliziert und ganz und garnicht stressig und zwanghaft. Hört auf euer Bauchgefühl und auf eure Babys!
Wie handhabt ihr das mit der Beikost Einführung? BLW oder Brei?
Steffi
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