
Ähm…nein! Die Frage der Fragen, wenn man sich mit anderen unterhält über das Kind. Sie wird sehr oft und immer wieder gestellt, diese Frage, ob das Baby schon durchschläft. Und meistens bekommt man dann als Antwort zu hören das man noch nicht so richtig einen Rhythmus gefunden hätte… Von der Gesellschaft wird regelrecht verlangt, das Babys durchschlafen müssen, denn wenn nicht, dann wäre ja etwas nicht in Ordnung. „Das ist ja nicht normal, langsam muss es doch mal durchschlafen!“ Nein, muss es nicht. Denn Babys schlafen im Normalfall nicht durch, müssen sie auch nicht. Wir Erwachsenen schlafen ja auch nicht immer durch, warum muss das Baby das denn tun? Gute Frage.. Weil das einfach so verlangt wird. Wenn man sich so umhört, mit anderen Eltern spricht oder mit der älteren Generation, dann bekommt man es immer wieder zu hören.
Das Baby hat aber seinen ganz eigenen Rhythmus, es ist nicht notwendig in diesem Rhythmus einzugreifen und irgendwelche Schlaflernprogramme einzuführen und auszuprobieren. Jedes Kind hat seinen Rhythmus. Es gibt natürlich Babys die schon durch schlafen, die sind aber seltener als man denkt. Das ist dann natürlich ein Glück für die Eltern, die morgens ausgeruht aufstehen können. Dann einfach genießen! Aber es gibt eben auch Babys, und das sind die meisten, die das nicht tun. Sie brauchen nachts noch Nahrung, und das ist auch gut so. Die Erwartungen die an unsere Kinder gestellt werden, sind ziemlich hoch. Für die Eltern, die also nicht ein Kind haben das durchschläft, zweifelt nicht an euren Kindern! Lasst sie wie sie sind und gebt ihnen Zeit bis sie ihren Rhythmus gefunden haben! Von der überflüssigen Frage des Durchschlafens werden Mütter und Väter unter Druck gesetzt. Dies führt oft dazu das man dann eingreift in das Schlafverhalten des Kindes.
Vielleicht versucht man einige Methoden aus, die dann aber nichts bringen. Das Kind zeigt einem eigentlich relativ deutlich was es gerade braucht um am besten einschlafen zu können. Umso weniger man dann macht, umso besser ist es. Diese Erfahrung haben wir hier gemacht. Wir haben unserem Kind den Rhythmus vorgeben lassen. Irgendwann kristallisierte sich raus wann sie müde ist. Sie hat uns Zeichen gegeben, wie zum Beispiel ein Reiben im Auge, hinter dem Ohr oder sie war einfach etwas quengelig. Wir haben diese Zeichen erkannt und einfach die Zeit genutzt und sie in den Schlaf begleitet. Sei es durch das Stillen oder das Tragen. Babys brauchen Begleitung in den Schlaf. Einfach so hinlegen, das geht noch nicht. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen das sie allein einschläft. Warum kann man das denn nicht einfach so akzeptieren? Von außen hört man oft Kommentare wie: „Leg sie doch einfach mal hin und lass sie allein!“ Nein, wieso sollte ich das tun?
Wir sind doch die Eltern, wir sind für unser Kind da, wenn es uns braucht. Und es braucht uns eben noch zum einschlafen. Wieso erwartet man von einem fünf Monate altem Baby das es allein einschlafen soll? Ja die Gesellschaft ist schon manchmal merkwürdig in der Denkweise. Wo kommt diese bloß her? Kinder werden von ganz allein selbstständig. Man muss sie nur lassen. Wenn sie soweit sind, dann werden sie allein einschlafen. Nächtliches, auch häufiges, Aufwachen ist normal. In den ersten Lebensmonaten ist es von großer Bedeutung auf die elementaren Grundbedürfnisse von Babys einzugehen, auch in der Nacht. Das ist ein völlig normaler Reifeprozess. Durchschlafen ist außerdem eine Interpretationsfrage. Was heißt denn durchschlafen überhaupt? Die meisten stellen sich darunter vor, das das Kind 10-12 Stunden am Stück schläft, ohne Unterbrechung natürlich.
Laut Definition ist aber das Schlafen von Mitternacht bis fünf Uhr früh als durchschlafen definiert. Also gerade mal fünf Stunden. Zu dem ändert sich das Schlafverhalten von Kindern oftmals in den verschieden Phasen. Die Wachstumsschübe die ein Kind durchläuft wirken sich oft auf den Schlaf aus. In diesen Phasen wird eher weniger geschlafen. Auch bestimmte Erlebnisse müssen verarbeitet werden und können sich so auf das Schlafverhalten auswirken, genauso wie Krankheit. Es ist in den ersten Monaten ein Hin und Her des Schlafverhaltens. Wenn wir uns mal die kulturellen Unterschiede beim Schlafverhalten von Kindern ansehen, dann lässt sich feststellen, das in Deutschland andere Erwartungen an unsere Kinder gestellt werden als zum Beispiel in Indien. In Deutschland wird meist schon erwartet, das Kinder im Alter von sechs Monaten durchschlafen müssen, vorzugsweise im eigenen Bett. Indische Eltern jedoch geben ihren Kindern bis zum fünften Lebensjahr Zeit. Diese unterschiedlichen Sichtweisen haben erheblichen Einfluss auf den Umgang mit dem Schlafverhalten.
Wenn das für die Eltern normal und altersgerecht ist, das Kinder unruhig sind und schwer in den Schlaf finden oder eben nicht durchschlafen, dann geht man als Eltern doch viel gelassener und liebevoller auf das Kind ein. Und man findet angemessene Wege diese schlaflose Zeit zu meistern. Ist man dagegen überzeugt davon, das das Kind ein Problem mit dem Schlafen hat oder es einen sogar nur ärgern will, dann wird man wohl mit aller Wahrscheinlichkeit versuchen das Schlaf Verhalten des Kindes zu ändern. All dieses Wissen, die Einstellung der Eltern und die kulturellen Unterschiede sind also entscheidend für den Weg den man als Eltern einschlägt. Darf mein Kind so bleiben wie es ist oder muss das Verhalten korrigiert werden? Die Eltern bestimmen ob ihre Kinder schlafen dürfen wie die Natur es vorgesehen hat oder ob sie durch Schlaftrainings geformt werden müssen. In Wahrheit ist es aber so, das die Kinder selbst am Besten ihre Bedürfnisse kennen. Babys schlafen außerdem auch anders als wir Erwachsenen.
Sie starten mit einer unruhigen Schlafphase und haben generell einen unruhigeren Schlaf als wir Großen. Sie schaffen es auch oft nicht allein wieder in die Tiefschlaf Phase zu kommen. Babys wachen in den REM-Phasen sehr leicht auf. Sie spüren, dass sie Hunger haben, frieren oder das die beschützenden Bezugspersonen fehlen. Um sicher wieder in die nächste Tiefschlaf Phase zu gelangen, benötigen sie meist die Hilfe der Eltern, auch mehrmals in der Nacht. Nächtliches Aufwachen ist wichtig, es sichert das Überleben. Kinder können nicht ahnen, dass ihnen heutzutage kaum noch ernsthafte Gefahr droht, doch sie schlafen weiterhin am besten, wenn die vertrauten Bezugspersonen ganz in ihrer Nähe sind. In den Armen der Eltern beruhigen sich Babys in der Regel ganz schnell. Nur wenn wir fordern, dass sie alleine einschlafen sollen, gibt es Protest. Zu Recht. Denn dann verlangen wir etwas, was ihren grundlegenden Instinkten widerspricht und in frühen Zeiten zum sicheren Tod geführt hätte.
Also kurz gesagt: Nächtliches Aufwachen ist weder ungesund noch ein Problem. Es ist völlig normal. Es ist anstrengend, ja. Aber es gehört zum heranwachsendem Baby einfach dazu. Also hört auf das Verhalten eurer Kinder und achtet auf die Signale die die Müdigkeit anzeigen! Dann kommt das durchschlafen irgendwann auch von ganz allein!
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht mit dem Schlafverhalten eurer Kinder? Wie seid ihr damit umgegangen? Lasst mir doch gern ein Kommentar dazu da!
Steffi
[…] wenn es keinen Hunger mehr hat. Es muss vor allem nicht durchschlafen, denn wie ich bereits hier geschrieben habe, ist es völlig in Ordnung und ganz normal das Babys nicht durchschlafen […]